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Die Antidiskriminierungsstelle von IBIS 

Wurden Sie diskriminiert oder haben Sie Diskriminierung von anderen Menschen beobachtet oder miterlebt? Das können Sie tun:

  • Ruhig bleiben und feststellen, ob es Zeug_innen oder Belege für den Diskriminierungsvorfall gibt.Haben andere Menschen den Vorfall beobachtet? Personen ansprechen. Namen und Telefonnummer aufschreiben für Zeugenaussagen. Belege sichern und Gedächtnisprotokoll anfertigen um Diskriminierung nachzuweisen.
  • Wo und wann hat der Vorfall stattgefunden? (z.B. Ort, Datum, Uhrzeit) Was genau ist passiert? (z.B. ungerechtfertigte Verdächtigung oder Beleidigung) Wer war an dem Vorfall beteiligt?
  • Gab es Zeug_innen? Welche Belege gibt es? Warum wurde benachteiligt und woran lässt es sich festmachen?

Hier können Sie, die von Ihnen oder anderen erlebte Erfahrungen eintragen. Wenn Sie möchten anonym. Wir werten die gemeldeten Erfahrungen aus uns nutzen sie z.B. für politische Forderungen.

Wenn Sie eine Beratung wünschen, können Sie hier Ihre Diskriminierung melden.

Eingang Klävemannstr.

 

Wir melden uns dann zurück und unterstützen Sie z.B. indem wir gemeinsam mit Ihnen überlegen wie Sie am besten gegen die Diskriminierung bzw. Benachteiligung vorgehen können. Wenn Sie möchten nehmen wir Kontakt zu den Personen bzw. Institutionen auf, durch die Sie sich diskriminiert fühlen. Wir informieren Sie außerdem über rechtliche Möglichkeiten und vermitteln Sie bei Bedarf weiter.

Sollten Sie keine Kontaktdaten eintragen, können wir uns nicht zurück melden.

Antidiskriminierungsstelle Oldenburg

Klävemannstr. 16

26122 Oldenburg

Leitung: Constanze Schnepf

Telefon
0441 – 920582 28

Telefax
0441 – 920582 19

E-Mail
ads@ibis-ev.de

Beratungszeiten

Montag 15:00 – 18:00 Uhr

Mittwoch 10:00 – 12:00 Uhr

und nach Vereinbarung.

Die Berücksichtigung unterschiedlicher Diskriminierungserfahrungen ist zentraler Bestandteil unserer Beratungen. Vorteil der merkmalsübergreifenden Beratung ist die Einbeziehung verschiedener Aspekte von Diskriminierung. Hier ein paar Beispiele für Mehrfachdiskriminierung: Männer mit Migrationshintergrund machen im Vergleich häufiger als Frauen Erfahrungen bezüglich des Ausschlusses bei der Nutzung von Freizeiteinrichtungen (z.B. Diskotheken) oder bei der Suche nach einer Wohnung. Frauen mit Behinderung und/oder Migrationshintergrund hingegen sind oft stärker von Diskriminierung und Ausschlüssen in der Arbeitswelt betroffen.

Ziel der Arbeit bei IBIS e.V. ist das respektvolle und gleichberechtigte Zusammenleben aller Menschen mit ihren individuellen und kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Wir wollen eine inklusive Gesellschaft, die allen Menschen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten die Möglichkeit bietet gleichberechtigt in dieser Gesellschaft zu leben.

Eine wesentliche Grundlage unserer Arbeit ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dieses Gesetz soll den Schutz vor Diskriminierung, beim Merkmal Behinderung, Geschlecht, Alter, sexuelle Identität, Herkunft, Hautfarbe, Religion und Weltanschauung sicherstellen.

Seit 2005 existiert unsere Antidiskriminierungsstelle. Schon davor haben wir uns für den Schutz vor Diskriminierung engagiert z.B. in einem EU Projekt 2001 zur Entwicklung von Qualitätsstandards.

Zielsetzung der Antidiskrminierungsberatung:

  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich diskriminierender Situation und ihrer Auswirkungen
  • Aufklärung, Information und Unterstützung bei rechtlichen Fragen (keine Rechtsberatung)
  • Mitteilung von Diskriminierungserfahrungen in einem geschützten Rahmen
  • Entlastung der Ratsuchenden
  • Reflexion von Diskriminierungserfahrungen
  • Mehr Potential im Umgang mit frustrierenden und konfliktbehafteten Situationen
  • Steigerung des Selbstwertgefühls und Vertrauensbildung in eigene Handlungsmöglichkeiten

Arbeitsbereiche:

Beratung, Lobbyarbeit, Vernetzung, Monitoring, Mediation, Vermittlung an andere Stellen (Anwält_innen, Psycholog_innen etc.), Konzeption und Durchführung von Workshops, Seminaren und Vorträgen zu den Themen Antidiskriminierungsarbeit und Inklusion.Uns ist es wichtig präventiv zu arbeiten, anstatt nur reaktiv vorzugehen.

Wir verstehen uns als:

  • Konfliktschlichtungsstelle in Diskriminierungsfällen
  • Informations- und Beobachtungsstelle
  • Beratungsstelle für die Opfer von Diskriminierung
  • Vernetzungs- und Kooperationsstelle für andere Institutionen und Vereine mit ähnlichen Zielsetzungen, z.B. zur Durchsetzung politischer Forderungen
  • Vermittlungsinstanz an andere Einrichtungen und Organisationen, wenn wir mal nicht weiterhelfen können

Konkrete Tätigkeiten:

  • Beratung von Einzelpersonen, Gruppen und Multiplikator_innen
  • Vernetzung und Koordination mit anderen Projekten bei IBIS e.V. und mit Vereinen und Institutionen in Oldenburg und bundesweit
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Sensibilisierung für das Thema Antidiskriminierung
  • Fortbildungsangebote
  • Bekanntmachen der Antidiskriminierungsstelle und ihrer Zielsetzungen
  • Mediation
  • Monitoring von Diskriminierungsfällen
  • Fortbildungen konzipieren und durchführen
  • Unterstützung von Betroffenen vor Gericht

Die Berücksichtigung unterschiedlicher Aspekte der Persönlichkeit und damit verbundener Diskriminierungserfahrungen ist zentral in unserer Arbeit. Vorteil merkmalsübergreifender Arbeit ist das Erkennen und Berücksichtigen von mehrdimensionaler Diskriminierung nicht nur bei Beratung. Auch in unserer sonstigen Arbeit ist dies von Bedeutung. Wir haben z.B. 2007-2009 an einem Projekt zum Thema interkulturelle Öffnung der Behindertenhilfe mitgearbeitet. Im Rahmen des Projektes wurde eine Bedarfsanalyse durchgeführt und von uns ein Trainingskonzept entwickelt.

Praktische Umsetzung der Antidiskriminierungsberatung:

  • Jede Beschwerde über Diskriminierung ernst nehmen
  • Feststellen, ob und in welcher Art diskriminiert wurde
  • Ursachen von Diskriminierung aufdecken
  • Folgen von Diskriminierung analysieren
  • Empowerment (d.h., diskriminierte Personen oder von Diskriminierung bedrohte Personen befähigen, ihre Rechte einzufordern)
  • Von Diskriminierung betroffene Personen unterstützen durch das gemeinsame Entwickeln von Bewältigungs- und Interventionsstrategien

Erfolg bedeutet für uns:

Auf individueller Ebene „wenn Menschen stärker weggehen als sie gekommen sind“.

Auf institutioneller Ebene „wenn diskriminierende Praktiken geändert werden“.

Auf politischer Ebene „wenn wir (gemeinsam mit anderen) Prozesse gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Gleichberechtigung und Teilhabe initiieren“

Diskriminierende Situationen

Der Arbeitsmarkt ist ein Bereich, in dem es häufig zu Benachteiligungen kommt. Oft entsprechen Stellenausschreibungen nicht den vom Gesetz bestimmten diskriminierungsfreien Vorgaben. In vielen Stellenausschreibungen heißt es zum Beispiel, dass für die Bewerbung Deutsch als Muttersprache oder ein bestimmtes Alter vorausgesetzt wird. Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, aber es dennoch fließend sprechen, werden somit von Vornherein vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen. Neben Menschen mit Migrationshintergrund, werden auch Menschen mit einer Behinderung oft in Bewerbungsverfahren benachteiligt und oft gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Kommt es zu einer Beschwerde durch die Antidiskriminierungsstelle oder zu einer Klage, wird die Ablehnung in den meisten Fällen mit der mangelnden Qualifikation der Bewerbenden begründet.

Des Weiteren ist es rechtlich gesehen nicht zulässig in Bewerbungsgesprächen nach Kriterien zu fragen, die keinen Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle haben. Fragen nach Alter, Religionszugehörigkeit oder etwa sexueller Orientierung sind demnach nicht erlaubt.

Bei behördlichen Institutionen (ARGE, Ausländerbehörde, Sozialamt) kommt es oft zu diskriminierenden Ereignissen auf Grund der ethnischen Herkunft. Beschwerden durch Menschen mit Migrationshintergrund über unzureichende und unfreundliche Beratung bei Behörden sind keine Seltenheit.

Auch die sexuelle Identität spielt eine Rolle bei Diskriminierungen durch Behörden. So werden transsexuelle Menschen, auch nach einer Personenstandsänderung, noch häufig mit ihrem Geburtsnamen oder fälschlicherweise mit Herr/Frau angeschrieben.

Bei Freizeitangeboten sind vor allem Männer mit Migrationshintergrund von Benachteiligung betroffen. In Diskotheken wird ihnen häufig der Einlass verweigert, entweder mit fadenscheinigen Gründen oder direkt mit Berufung auf eine sogenannte ‚Ausländerquote‘, die in der Diskothek herrscht.

In Fitnessstudios wird bestimmten Personen ebenfalls der Eintritt verwehrt. Betroffen sind auch hier oft Männer mit Migrationshintergrund, aber auch Frauen, die ein Kopftuch tragen oder Rollstuhlfahrer_innen.

Ebenso ist in Restaurants des Öfteren eine selektive Behandlung der Gäste durch die Bedienung zu beobachten. Die Freundlichkeit der Kellner_innen richtet sich nach bestimmten Merkmalen. Gäste mit Migrationshintergrund sind weniger gern gesehen als Gäste ohne Migrationshintergrund.

Besonders Fahrkartenkontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind selektiv und somit diskriminierend, da in vielen Fällen Menschen mit Migrationshintergrund nach ihrem Fahrschein gefragt werden. Des Weiteren kommt es im Nahverkehr nicht selten vor, dass  Busfahrer_innen bewusst an Rollstuhlfahrer_innen oder Menschen mit Behinderungen vorbei fahren.

Im Rahmen von Krankenversicherungen ist vor allem das Alter ein häufiger Diskriminierungsgrund. Dabei werden älteren Menschen oft Hilfsmittel oder notwendige Operationen verwehrt, mit der Begründung sie seien zu alt. Ähnlich verhält es sich auch für Menschen mit Behinderung.

Häufig kommt es bei der Wohnungssuche zu Benachteiligungen von bestimmten Gruppen, wie z.B. Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit einer Behinderung oder gleichgeschlechtlichen Paare. Meist ist dies auf die Vorurteile der Vermieter_innen zurückzuführen. Oft werden auch die Bedenken der restlichen Mieterschaft als Grund für die Ablehnung potentieller Mieter_innen angeführt.

Am häufigsten betroffen von Diskriminierung bei der Wohnungssuche sind Männer mit Migrationshintergrund. In einigen Fällen wird die Ablehnung bereits nach der Nennung eines ausländisch klingenden Namens am Telefon ausgesprochen.

Ob das AGG in solch einem Fall greift, hängt von zwei verschiedenen Faktoren ab. Das Benachteiligungsverbot des AGG tritt in Kraft, wenn es sich um ein sogenanntes „Massengeschäft“ handelt. Von einem Massengeschäft wird gesprochen, wenn eine Wohnungsbaugesellschaft oder Privatpersonen mehr als 50 Wohnungen vermieten. Das AGG wäre jedoch nicht anwendbar, wenn die Vermieter_innen oder deren Angehörige auf demselben Grundstück wohnen, denn dann besteht ein sogenanntes Nähe- oder Vertrauensverhältnis. Wie es sich tatsächlich verhält, muss im Einzelfall geprüft werden.

Netzwerke und Kooperationen

Das Antidiskriminierungsnetzwerk Niedersachsen

Im Rahmen des Förderprogramms „Netzwerke gegen Diskriminierung“ wurde im Juni 2012 in Berlin der Startschuss gegeben für zehn bundesweite Zusammenschlüsse von Organisationen, die beratend gegen Diskriminierung tätig sind.

Mit dem Förderprogramm unterstützte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern“ – Kompetenz stärken“ anfangs Netzwerke, in denen sich Beratungsstellen und sonstige Akteure der Antidiskriminierungsarbeit zusammenschlossen, die im Schwerpunkt gegen Diskriminierung auf Grund von ethnischer Herkunft und Religion arbeiten.

In der nun laufenden zweiten Förderphase wird die Netzwerkarbeit auf die Bekämpfung von Diskriminierung wegen aller im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz genannten Diskriminierungsmerkmale ausgedehnt.

Die Netzwerke beraten Diskriminierungsopfer und bieten begleitend Öffentlichkeitsarbeit an. Auch in Niedersachsen wird mit Hilfe des Netzwerkes die Beratungsarbeit verbessert. Unter der Projektleitung von IBIS e.V. arbeiten seit 2012 insgesamt 14 Institutionen zusammen, die mit jeweils ganz unterschiedlichen Facetten von Diskriminierung zu tun haben.

Zukünftig wird durch Zusammenarbeit, regelmäßigen Austausch und gemeinsame Fortbildung der Netzwerkpartner_innen das Beratungsangebot gegen Diskriminierung enger und wirkungsvoller verknüpft.

Dadurch entsteht grade für ein Flächenland wie Niedersachsen die Chance, das Wissen und die Beratungsangebote zum Thema Diskriminierung auch in Gegenden bekannt zu machen, wo Betroffene bisher wenig Unterstüzung erhalten haben, sagt Constanze Schnepf, Leiterin der Oldenburger IBIS-Antidiskriminierungsstelle.

Die Koordination des Netzwerks hat IBIS e.V. übernommen. Beteiligte Organisationen sind bis jetzt:

Pressemitteilungen zum Antidiskriminierungsnetwerk Niedersachsen:

NWZ: Gemeinsam gegen Diskriminierung

NWZ: Diskriminierung der Yeziden

NWZ: Yeziden fordern Schutz für Minderheiten in Heimat

taz: Doppelt und dreifach diskriminiert

Weitere Kooperationen:

Wir kooperieren mit unterschiedlichen Einrichtungen regional, landes- und bundesweit. Wir sind in verschiedenen Netzwerken Mitglied/Gründungsmitglied oder Initiator_innen, zum Beispiel:

Informationen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Bevor das Gesetz, wie wir es heute kennen, in Kraft trat, gab es einen langen Entwicklungsprozess. Deutschland war eines der Länder innerhalb der Europäischen Union, das als letztes ein Antidiskriminierungsgesetz umsetzte.

Auch wenn es bis heute noch viel Verbesserungsbedarf zum Schutz von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen gibt, ist es doch ein erster Schritt in die richtige Richtung.  Die unten genannten Richtlinien bestanden schon vor in Kraft treten des AGG und trugen nicht zuletzt zu seiner Umsetzung bei.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Richtlinien:

  • die Antirassismusrichtlinie (2000/43/EG),
  • die Rahmenrichtlinie Beschäftigung (2000/78/EG),
  • die „Gender-Richtlinie“ (2002/73EG)
  • und die Richtlinie zur Gleichstellung der Geschlechter auch außerhalb der Arbeitswelt (2004/113/EG).

Die aktualisierte Fassung des AGG finden Sie unter folgendem Link: http://www.gesetze-im-internet.de/agg/

FAQ

Antidiskriminierungsarbeit: Was macht die Antidiskriminierungsstelle?
Beratung, Lobbyarbeit, Vernetzung, Monitoring, Mediation, Vermittlung an andere Stellen (Anwält_innen, Psycholog_innen etc.), Konzeption und Durchführung von Workshops, Seminaren und Vorträgen zu den Themen Antidiskriminierungsarbeit und Inklusion. Uns ist es wichtig präventiv zu arbeiten, anstatt nur reaktionär vorzugehen.

Bedrohung: Was kann ich tun, wenn ich mich bedroht fühle? (z.B. auf der Straße)
Bleiben Sie zunächst ruhig und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Sie sich nicht wohlfühlen oder das Gefühl haben, verfolgt zu werden, gehen Sie der/den Person/en aus dem Weg. Wechseln Sie die Straßenseite, gehen Sie in ein Geschäft, fahren Sie weg. Sie können auch jemanden anrufen oder Personen in Ihrer Nähe ansprechen, fragen Sie nach der Uhrzeit/dem Weg oder bitten Sie sie ggf. um Hilfe.

-> Wenn Sie spät abends unterwegs sind und keine Freund_innen mehr aus dem Bett klingeln möchten, können Sie z.B. mit dem Heimwegtelefon sprechen. (heimwegtelefon.de)
Wenn es zu einer Auseinandersetzung kommen sollte, machen Sie deutlich, dass Sie mit dem Verhalten der Person nicht einverstanden sind. Wehren Sie sich lautstark gegen Annäherungsversuche und machen Sie Passanten auf sich aufmerksam. Bitten Sie gezielt Menschen Ihnen zu helfen.

Beweise: Wie kann ich Diskriminierung/Gewalt beweisen?
Verfassen Sie möglichst zeitnah nach der erlebten Diskriminierung oder der Gewaltsituation ein sogenanntes Gedächtnisprotokoll. Schreiben Sie auf wo und wann die Situation stattfand, wer beteiligt war und ob es möglicherweise Zeug_innen gibt. Beschreiben Sie die Situation so detailliert wie möglich, um sich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch daran erinnern zu können.
Notieren Sie sich Namen und Kontaktdaten der Zeug_innen. Weisen Sie diese ggf. daraufhin hin, ebenfalls ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen.
Sichern Sie weitere Beweise, die die Diskriminierung/Gewaltsituation belegen (Fotos, Dokumente etc.)

Bildung: Diskriminierung kann auch auf Grund des Bildungsgrades stattfinden. So werden teilweise Menschen, die beispielsweise kein Abitur haben benachteiligt und/oder sehen sich Vorurteilen ausgesetzt.

Coping Mechanismen/Ressourcen: Wie gehe ich mit schwierigen Lebenssituationen um?
Coping Mechanismen sind zu Deutsch Bewältigungsstrategien. Diese können dabei helfen Erlebtes besser zu verarbeiten. Die (häufig unbewusst) gewählten Coping-Strategien können vielfältig sein: Ablenkung durch Sport oder Arbeit, das Gespräch suchen mit Freund_innen usw. Neben diesen geeigneten Strategien, gibt es auch ungeeignete, wie z.B. Drogenkonsum oder selbstverletzendes Verhalten.
Jede_r besitzt eigene Stärken und Ressourcen im Leben die ihr_ihm dabei helfen, mit schwierigen Situationen umzugehen. Wenn es Ihnen schwer fällt, sich auf diese zu besinnen oder Sie mit einer Situation schlicht überfordert sind, ist es aber auch völlig in Ordnung, professionelle Hilfe aufzusuchen, die mit Ihnen gemeinsam an der Bewältigung arbeitet.
Wenn Sie Fluchterfahrungen haben, können Sie beispielsweise bei IBIS e.V. die kostenlose psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier auf unserer Webseite.

Diskriminierung: Diskriminierung bedeutet zunächst, dass eine Person ungerechtfertigt ungleich behandelt bzw. benachteiligt wird. Mensch kann aus ganz unterschiedlichen Gründen diskriminiert werden- aufgrund der Herkunft, des Geschlechts, des Alters, der Hautfarbe, der Religion, einer Behinderung, der sexuellen oder geschlechtlichen Identität, der Sprache, dem äußeren Erscheinungsbild, dem sozialen Status und und und. Dabei kann es sich um tatsächliche, aber auch um von außen zugeschriebene Merkmale handeln.
Wenn Sie Diskriminierung erfahren können Sie selber das Gespräch suchen und den Vorfall ansprechen. Versuchen Sie dabei, möglichst sachlich die Situation zu schildern und hören Sie sich die Darstellung Ihres Gegenübers an, vielleicht können Sie so bereits zu einer Lösung finden. Wenn Sie Unterstützung wünschen, können Sie sich z.B. an die Antidiskriminierungsstelle von IBIS e.V. wenden oder an eine ähnliche Einrichtung in Ihrer Nähe. Hier erhalten Sie eine fachliche Beratung, wie Sie (rechtlich) vorgehen können und werden bei Gesprächen etc. unterstützt.

Empowerment: Jede_r von uns besitzt eigene Fähigkeiten und Talente, die in unter anderem in Krisensituationen und für die Lösung von Problemen genutzt werden können. Der Ansatz des Empowerment ist es, diese Fähigkeiten zu befördern, sodass Sie sich mit eigenen Mitteln helfen können. Eine Fachkraft kann Ihnen dabei helfen, diese Fähigkeiten zu erkennen und einzusetzen.

Freizeit: Was kann ich tun, wenn ich in Freizeiteinrichtungen (Sportverein, Jugendzentrum, etc.) Gewalt oder Diskriminierung erlebe?
Auch in Freizeiteinrichtungen sind Sie gesetzlich gegen Diskriminierung geschützt. Teilweise haben Sportvereine oder Jugendzentren auch in Ihrer Geschäftsordnung entsprechende Paragrafen festgehalten. Wenn Sie Diskriminierung erfahren können Sie selber das Gespräch suchen und den Vorfall ansprechen. Versuchen Sie möglichst sachlich die Situation zu schildern und hören Sie sich die Darstellung Ihres Gegenübers an, vielleicht können Sie so bereits zu einer Lösung finden. Wenn Sie Unterstützung wünschen, können Sie sich z.B. an die Antidiskriminierungsstelle von IBIS e.V. wenden oder eine ähnliche Einrichtung in Ihrer Nähe. Hier erhalten Sie eine fachliche Beratung, wie Sie (rechtlich) vorgehen können und werden bei Gesprächen etc. unterstützt.

Gesetze: Sie sind gesetzlich gegen Diskriminierung geschützt. Das steht im Grundgesetz, aber auch im Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG).

Homophobie: Homophobie bezeichnet – in Anlehnung an den medizinischen Begriff der Phobie – die Angst vor Homosexualität. Meist wird damit allerdings weniger eine Angst umschrieben, als eine starke Abneigung bis hin zu Hass gegenüber homosexuellen/bisexuellen Menschen. Richtet sich diese Ablehnung/der Hass gegen Trans* Personen, wird von Transphobie gesprochen.
Da Homosexualität in der Gesellschaft immer noch als ein Sonderfall gilt und teilweise negativ bewertet wird, verinnerlichen manche homosexuelle Personen diese (latente) Homophobie. Dies wird auch als internalisierte (also verinnerlichter) Homophobie bezeichnet. Die betroffenen Personen fühlen dann eine starke Ablehnung gegenüber Homosexualität, obwohl sie selber homosexuell sind. Dies kann schwerwiegende psychische Folgen haben.

Intervention: Intervention bedeutet zunächst einmal „dazwischen gehen“. Wenn Sie beispielsweise das Gefühl haben, dass eine_r Bekannte_r, ein_e Freund_in oder ein_e Verwandte_r Gewalt erfährt, bedroht wird etc. kann es ratsam sein, das Gespräch mit der Person zu suchen.

 Inter*: Intersexuelle Menschen kommen mit Geschlechtsmerkmalen des männlichen und weiblichen Geschlechts zur Welt. Dies kann primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale, aber auch die genetische oder Hormonebene betreffen.
Seit November 2013 muss das Geschlecht des Kindes nicht mehr bei der Geburt festgelegt werden, was eine erhebliche Verbesserung der Rechtssituation für Intersexuelle darstellt. So werden betreffende Personen, deren Geschlecht nicht eindeutig bei der Geburt festgestellt werden kann, nicht mehr „in Rollen gezwängt“, in denen sie sich letztlich vielleicht nicht wohlfühlen. Häufig ging und geht dies immer noch mit einer geschlechtsangleichenden Operation einher. Eltern entscheiden dabei, welches Geschlecht das Kind bekommen soll und lassen operative Eingriffe vornehmen. Dies kann im späteren Leben zu erheblichen psychischen Belastungen beim Kind führen.
Bisher haben wir nur von Intersexuellen  Menschen gesprochen. Ähnlich dem Begriff Trans* wird auch häufig von Inter* gesprochen, um verschieden Selbstdefinitionen und Identitäten miteinzubeziehen. Nicht alle Menschen mögen z.B. den Begriff Intersexuelle.

 Identität: Die Identität eines Menschen setzt sich aus verschiedensten Bausteinen zusammen. Zum Beispiel aus der Herkunft, der Religion, dem Alter, dem Bildungsgrad, der Sexualität oder der Geschlechtlichkeit. Womit sich eine Person identifiziert und wie sie sich selbst definiert, ist eine persönliche Entscheidung und sollte respektiert werden. Fremdzuschreibungen können unangenehm sein und als diskriminierend wahrgenommen werden, daher ist ein sensibler Sprachgebrauch wichtig. Nur weil eine Frau mit einer anderen Frau zusammen ist, bezeichnet sie sich nicht unbedingt als Lesbe.

Jugend: Diskriminierungen aufgrund des Alters kommen immer wieder vor. Das fängt an bei Aussagen wie „Das verstehst du noch nicht, dafür bist du zu jung“ und endet bei der Frage, ob das festgelegte Wahlalter von 16 bzw. 18 Jahren eine Diskriminierung darstellt. Wenn Sie sich aufgrund Ihres Alters diskriminiert fühlen, können Sie sich beispielsweise kostenlos in der Antidiskriminierungsstelle bei IBIS e.V. beraten lassen.

Kinder: Was kann ich tun, wenn mein Kind Diskriminierung erlebt?
Glauben Sie Ihrem Kind und geben Sie ihr_ihm das Gefühl, auch zukünftig mit Problemen zu Ihnen kommen zu können! Bieten Sie ihr_ihm Hilfestellungen an und besprechen Sie (altersgerecht) mögliche Vorgehensweisen. Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es in der Schule, im Sportverein, usw. Hilfe aufsuchen kann. Sprechen Sie ggf. auch darüber, wie Beweise und Erlebnisse in Form eines Gedächtnisprotokolls festgehalten werden können.
Wenn Sie weitere Schritte unternehmen, wie z.B. das Gespräch mit Verantwortlichen suchen, tun Sie dies (altersgerecht) nur in Absprache mit Ihrem Kind. Entscheiden Sie nicht über den Kopf des Kindes hinweg und achten Sie auf die Wünsche und Bedürfnisse Ihres Kindes.

Links:

AGG Ratgeber
http://www.agg-ratgeber.de/

Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V.
http://www.also-zentrum.de/

Autonomes Frauenhaus Oldenburg
http://www.frauenhaus-oldenburg.de/Startseite/

Broken Rainbow (Bundesverband der lesbischen, lesbisch-schwulen und transidenten Anti-Gewalt-Initiativen Deutschland e.V.)
http://www.broken-rainbow.de/

Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.
http://www.dgti.org/

Frauenberatung TARA Fachberatungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt, Interkulturelle Beratungsstelle
http://www.frauenberatung-tara.de/

FrauenKrisenTelefon e.V.
http://www.frauenkrisentelefon.de/

GLADT türkischstämmige LGBTIQ
http://www.gladt.de/

Jugend- und Familienhilfe Oldenburg
http://www.jufa-oldenburg.de/index.php/startseite.html

Kinderschutzzentrum Oldenburg
http://www.kinderschutz-ol.de/index.php?id=1

Oldenburgische Aidshilfe e.V.
http://www.aidshilfe-oldenburg.de/

Pro Beweis (Dokumentation und Beweissicherung für Opfer häuslicher Gewalt und/oder einer Sexualstraftat)
http://www.mh-hannover.de/24711.html

SeGOld – Selbstbestimmt Leben Gemeinschaft Oldenburg
http://www.segold.de/

Yezidische Forum e.V.
http://www.yeziden.de/

Weißer Ring Hilfe für Kriminalitätsopfer
https://www.weisser-ring.de/internet/

Wildwasser Oldenburg e.V. Anlauf- und Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen
http://www.wildwasser-oldenburg.de/

 

Medizinische Unterstützung: An wen kann ich mich wenden, wenn ich medizinische Versorgung benötige?
Wenn Sie verletzt wurden oder anderweitig medizinische Versorgung benötigen, suchen Sie umgehend eine_n Ärzt_in auf, der_dem Sie vertrauen und bei der_dem Sie sich wohlfühlen.

Mehrfachdiskriminierung: Diskriminierungen beschränken sich nicht immer auf ein Merkmal, sondern können merkmalsübergreifend sein. So kann beispielsweise eine schwarze Frau mit Behinderung aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts diskriminiert werden. In solchen Fällen wird von Mehrfachdiskriminierung gesprochen. IBIS e.V. verfolgt daher einen horizontalen Ansatz, bei dem unterschiedliche Aspekte der Persönlichkeit und damit verbundene Diskriminierungserfahrungen berücksichtigt werden.

Notfall: Was tun im Notfall?
Das Frauenhaus Oldenburg bietet eine Notrufnummer an (http://www.frauenhaus-oldenburg.de/Startseite/).

 Netzwerke: Es gibt verschiedene Netzwerke, die sich gegen Diskriminierung einsetzen, z.B. das Antidiskriminierungsnetzwerk Niedersachsen.
Aber auch Sie selbst werden vielleicht ein Netzwerk aus Freund_innen, Familie, Verwandten und Bekannten haben, das Ihnen in schwierigen Lebenssituationen bei Seite stehen kann. Ein_e Psychotherapeut_in  kann Ihnen helfen, diese Netzwerke zu aktivieren und für sich zu nutzen.

Oldenburg: Welche (Hilfs)Angebote gibt es in Oldenburg?

Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V.

http://www.also-zentrum.de/

Autonomes Frauenhaus Oldenburg

http://www.frauenhaus-oldenburg.de/Startseite/

Jugend- und Familienhilfe Oldenburg

http://www.jufa-oldenburg.de/index.php/startseite.html

Kinderschutzzentrum Oldenburg

http://www.kinderschutz-ol.de/index.php?id=1

Oldenburgische Aidshilfe e.V.

http://www.aidshilfe-oldenburg.de/

 

Pro Beweis (Dokumentation und Beweissicherung für Opfer häuslicher Gewalt und/oder einer Sexualstraftat)

http://www.mh-hannover.de/24711.html

 

Yezidische Forum e.V.

http://www.yeziden.de/

Wildwasser Oldenburg e.V. Anlauf- und Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen

http://www.wildwasser-oldenburg.de/

Polizei: Was kann ich gegen polizeiliche Gewalt tun?
Polizeiliche Gewalt ist nicht nur als körperliche Gewalt zu verstehen. Hierunter fassen wir auch Ungleichbehandlungen und/oder Stereotypisierungen aufgrund einzelner Merkmale, wie der Hautfarbe, der Kleidung oder der sexuellen Identität.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: https://www.kop-berlin.de/schritte-gegen-polizeigewalt

Queer: Queer kommt aus dem Englischen und wurde früher häufig als Schimpfwort für schwule Männer benutzt. Inzwischen wird es häufig von Schwulen und Lesben als Selbstbezeichnung gewählt. Aber auch andere Personen nutzen diesen Begriff um ihre Nonkonformität mit heteronormativen Lebensweisen zum Ausdruck zu bringen. So definieren sich beispielsweise manche Menschen, die zwischen oder gänzlich außerhalb eines binären Geschlechterverständnisses  (weiblich/männlich) leben, als genderqueer.
Queer ist daher mittlerweile ein Oberbegriff für diverse LSBT*IQ Lebensweisen geworden. Ähnlich wie z.B. trans* ist auch queer eine Selbstdefinition, für die Menschen sich selbst entscheiden und die nicht von außen auferlegt werden kann/sollte.

Rassismus: Rassismus bezeichnet die Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund der „Rasse“, also meist der Herkunft einer Person. Häufig sind allerdings auch Personen betroffen, die beispielsweise in Deutschland geboren sind und die deutsche Staatsbürgerschaft haben und nur phänotypisch als „anders“ wahrgenommen werden. Das AGG ist ein rechtliches Mittel gegen Rassismus.

 Recht: Welche rechtlichen Schritte gibt es gegen Diskriminierung?
Wenn Sie Diskriminierung erfahren haben, möchten Sie vielleicht rechtlich gegen die diskriminierende Person/Institution vorgehen. Dafür ist es wichtig, dass Sie zunächst Beweise für die Diskriminierung sammeln und die Situation gut dokumentieren. Es ist hilfreich, wenn Zeug_innen zur Verfügung stehen. Welche rechtlichen Schritte in Ihrer Situation genau möglich sind, kann Ihnen am besten ein_e Anwält_in sagen.

Schule: Was kann ich tun, wenn ich in der Schule Diskriminierung oder Gewalt erfahre?
Auch in der Schule sind Sie rechtlich gegen Diskriminierung z.B. über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) geschützt. Möglicherweise hat auch die Schule selber Richtlinien gegen Diskriminierung verfasst. Bei erlebter Diskriminierung/Gewalt sollten Sie sich an Vertrauenslehrkräfte oder Sozialarbeiter_innen wenden, um mit diesen das weitere Vorgehen zu besprechen. Gerne beraten wir Sie auch kostenlos und vertraulich bei IBIS e.V.

Sicherheit: Wer bietet mir Sicherheit?
Eine Anlaufstelle in Oldenburg ist beispielsweise das Autonome Frauenhaus, das Schutz für Frauen und Kinder bietet, die Gewalt erfahren haben oder bedroht werden.

Senioren: Diskriminierungen aufgrund des Alters kommen immer wieder vor, z.B. bei der Jobsuche, in der Sprache, bei Versicherungen usw. Wenn Sie sich aufgrund Ihres Alters diskriminiert fühlen, können Sie sich kostenlos und vertraulich in der Antidiskriminierungsstelle des IBIS e.V. beraten lassen.

Trans*: Trans* ist ein Überbegriff für Personen, die sich nicht mit dem binären Verständnis von Geschlecht (weiblich/männlich) identifizieren. So gibt es Menschen, die sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren und  geschlechtsangleichende Maßnahmen anstreben wie eine Hormontherapie und/oder geschlechtsangleichende Operationen. Diese Menschen werden auch als Mann-zu-Frau oder Frau-zu-Mann Trans* Personen bezeichnet.
Nicht alle Trans* streben jedoch geschlechtsangleichende Maßnahmen an. Manche Personen leben und kleiden sich wie das jeweils andere Geschlecht, wieder andere möchten gänzlich außerhalb der binären Geschlechterordnung leben. Daher steht Trans* als Oberbegriff für alle diese Menschen. Jede_r kann somit ihre_seine eigenen Endung an Trans* hängen: Transsexuell, transgender, trans, … .
Die Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Identität ist durch das AGG verboten
Ein letzter Hinweis: Die Bezeichnung Trans* ist eine Selbstbezeichnung und –definition. Wie jemand „richtig“ zu bezeichnen ist, kann nur die Person selber sagen. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass jede_r ihr_sein eigenes Verständnis von Trans* haben kann und dies sollte respektiert werden.

Unterstützung: Wo bekomme ich Unterstützung?
Unterstützung können Sie in verschiedenster Form erhalten. Wenn Sie Diskriminierung und/oder Gewalt erfahren haben, wenden Sie sich an eine Vertrauensperson aus Ihrem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis. Es gibt auch diverse Einrichtungen, die Ihnen beratend und unterstützend zur Seite stehen können. Eine Liste mit verschiedenen Organisationen, an die Sie sich wenden können, finden Sie unter dem Punkt -> Links. Bei IBIS e.V. beraten wir Sie gerne in der Antidiskriminierungsstelle, der Flüchtlingsberatung oder der psychosozialen Beratung für Menschen mit Fluchterfahrungen.

Wie kann ich meine Freunde/Kinder/Familie unterstützen?
Wenn sich eine Person, die Gewalt und/oder Diskriminierung erfahren hat, an Sie wendet, nehmen Sie diese zunächst ernst und haben Sie ein offenes Ohr. Es ist häufig nicht leicht für betroffene Personen, über Gewalt-/Diskriminierungserfahrungen zu sprechen. Raten Sie der Person, ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen und Beweise festzuhalten. Wenn sich herausstellt, dass eine schwerwiegende Gewalt-/Diskriminierungserfahrung vorliegt, sollten Sie ggf. anregen, eine Beratungsstelle hinzuzuziehen. Halten Sie jedoch stets Rücksprache mit der_dem Betroffenen.

Wehr dich: Wenn Sie Gewalt/Diskriminierung erfahren haben, können Sie sich dagegen wehren! Hilfestellungen, wie Sie sich wehren und aktiv werden können, erhalten Sie bei einer Beratungsstelle, wie IBIS e.V.

Siehe auch -> Diskriminierung und -> Beweise

 Xenophobie: Der Begriff Xenophobie  bedeutet „Angst vor dem Fremden“ und wird meist mit Fremdenfeindlichkeit übersetzt. Hiermit wird eine ablehnende Haltung gegenüber Fremden, häufig gegen Ausländer_innen, bezeichnet und geht daher oft mit Rassismus einher.

Zeug_in: Was kann ich tun, wenn ich Zeug_in von Diskriminierung/Gewalt werde?
Als Zeug_in sollten Sie zunächst darauf achten, dass mögliches Beweismaterial sichergestellt wird (wie z.B. Fotos, Handyaufnahmen etc.). Außerdem sollten Sie zeitnah ein Gedächtnisprotokoll anfertigen (siehe Beweise). Stellen Sie sich als Zeug_in für Aussagen bei der Polizei bzw. gerichtliche Anhörungen zur Verfügung und geben Sie Ihre Kontaktdaten ggf. an die_den Betroffene_n von Diskriminierung/Gewalt.  

 Zivilcourage: Wenn Sie Diskriminierung oder Gewaltsituationen beobachten, werden Sie aktiv. Ihre eigene Sicherheit geht dabei aber vor! Tun Sie nichts, wobei Sie sich unwohl fühlen. Rufen Sie im Zweifelsfall Hilfe hinzu.

Wenn Sie eine beispielsweise einen Übergriff auf der Straße bemerken, greifen Sie nur ein, wenn Sie sich der Situation gewachsen fühlen. Sprechen Sie Umstehende an Ihnen zu helfen und rufen Sie die Polizei. Dies gilt übrigens nicht nur für Übergriffe, bei denen Gewalt im Spiel ist. Werden Sie auch aktiv und fragen Sie ggf., ob Ihre Hilfe benötigt wird, wenn Sie eine lautstarke Auseinandersetzung beobachten.
Wenn Sie Zeug_in von Diskriminierungen werden, können Sie z.B. das direkte Gespräch mit den beteiligten Personen suchen und deutlich machen, dass das Verhalten nicht in Ordnung war. Handelt es sich um schwerwiegende Diskriminierungen,  können Sie eine Antidiskriminierungsstelle wie das IBIS e.V. einschalten. Fertigen Sie zu der erlebten Situation ggf. ein Gedächtnisprotokoll an (siehe -> Beweise).

Mobile Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie

Regionalbüro Nord/West 

Mobile Beratung

Das Regionalbüro Nord/West entstand zu Beginn des Jahres 2017 durch die vom Landesdemokratiezentrum Hannover vorgenommene Regionalisierung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Gefördert wird das Regionalbüro durch das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

Im Zuge dieser Regionalisierung wurden drei Regionalbüros geschaffen. Eines davon – das der Region Nord/West – ist bei IBIS e.V. in Oldenburg angesiedelt. Es arbeitet eng mit dem Landesdemokratiezentrum und mit den anderen Regionalbüros in Niedersachsen zusammen.

Die Aufgaben der Mobilen Beratung sind Präventions- und Interventionsarbeit. Prävention vor Rechtsextremismus wird durch eine Vielzahl von Aktivitäten gewährleistet. Informationsveranstaltungen in Form von Vorträgen, Workshops oder Fortbildungen sind hier die Regel. In diesen Veranstaltungen soll über aktuelle Erscheinungsformen der extremen Rechten aufgeklärt werden. Zudem sollen Handlungsstrategien aufgezeigt bzw. mit Beratungsnehmer_innen erarbeitet werden.

Im Fall der Intervention handelt es sich um konkrete fallbezogene Hilfe bei Problemlagen mit extrem rechten Einstellungen und/oder Akteur_innen. Hierbei ist Beratung deshalb notwendig, weil die betroffenen Personen oftmals im Umgang mit rechten Strukturen verunsichert sind und deshalb nicht angemessen reagieren können. Gemeinsam werden Handlungskonzepte erarbeitet, die extrem rechten Erscheinungsformen entgegenwirken sollen. Wichtig ist hierbei die Einbindung der Zivilgesellschaft, um eine nachhaltige Stärkung des Gemeinwesens gegen Rechtsextremismus zu erreichen.

Zielgruppen der Mobilen Beratung sind:

  • Kinder-, Schul-, und Jugendhilfeeinrichtungen
  • Universitäten
  • Vereine und Verbände
  • Kommunen
  • Institutionen
  • Zivilgesellschaftliche Bündnisse
  • Kommunale Präventionsräte
  • Familien und Eltern
  • Einzelpersonen

Diesen Personengruppen können wir helfen durch unsere Präventions- und Interventionsarbeit. Unterstützt werden wir von kompetenten Berater*innen aus der Region.

Unsere Beratung ist vertraulich und kostenfrei.

Die Mobile Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie hat zusätzlich eine eigene Website.

www.mbt-niedersachsen.de

Hier ist neben dem Regionalbüro Nord/West von IBIS e.V., das Weser Aller Bündnis (WABE e.V.) und die Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt/Zentrum Demokratische Bildung  (ARUG/ZDB) vertreten.

Mobile Beratung Niedersachsen

gegen Rechtsextremismus für Demokratie

Regionalbüro Nord/ West

IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.

Kaiserstraße 14

26122 Oldenburg

Telefon
0441-92058281

Mobil (+WhatsApp)
01573-2883589

E-Mail
rex@ibis-ev.de

In Kooperation mit

Schule ohne Rassismus –

Schule mit Courage 

IBIS – Interkulturelle Arbeitsstelle e.V. gehört seit 2000 in Niedersachsen zu den regionalen Kooperationspartner_innen für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC)“. Als solche steht IBIS für Fragen (z.B. bzgl. der Durchführung der Projekttage, Workshops etc.) gerne zur Verfügung.

Nähere Informationen zur Entstehung des Projekts:
Angesichts der zunehmenden fremdenfeindlichen und rechtsextremistisch motivierten Gewalt in Deutschland wurde im Jahr 1995 vom Verein Aktion Courage e.V. das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC)“ ins Leben gerufen. Es soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, in dem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Inzwischen ist SOR-SMC das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Über 1000 Schulen, die von 750.000 Schüler_innen besucht werden, gehören dem Netzwerk an. In Niedersachsen beteiligen sich bislang 145 Schulen an dem Projekt.

Kann jede Schule „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ werden?
Jede Schule kann „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ werden, vorausgesetzt, dass sich mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in der Schule arbeiten oder lernen, mit einer Unterschrift dazu verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

Eine Schule, die den Titel trägt, ist Teil eines Netzwerkes, das sagt: Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und unser Umfeld. Unterstützt werden die Schulen durch einzelne Gruppen und Personen, die sich dazu bereit erklären, eine Patenschaft zu übernehmen und somit einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ als parteiunabhängiges und nachhaltig erfolgreiches Netzwerk der Menschenrechtsarbeit in ganz Deutschland zu verankern.

 

 

Schulen in Oldenburg, die bereits „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sind:

IGS Helene-Lange-Schule

BBS Wechloy

Oberschule Eversten

Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück

Wenn Ihre Schule  „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ werden möchte, melden Sie sich bei uns.

IBIS Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.

Klävemannstr. 16

26122 Oldenburg

Ansprechpartnerin: Constanze Schnepf

Telefon
0441 – 920582 28

Telefax
0441 – 920582 19

E-Mail
ads@ibis-ev.de

Beratungszeiten

Montag 15:00 – 18:00 Uhr

Mittwoch 10:00 – 12:00 Uhr

und nach Vereinbarung.

Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte

Flucht, Migration, Shoah – Ein Projekt des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“

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Das Projekt

In dem Projekt arbeiten junge Menschen mit Fluchterfahrung ihre persönliche Geschichte unter Einbezug der deutschen Vergangenheit auf – mit dem Ziel ein eigenes Theaterstück daraus zu entwickeln. Die jungen Geflüchteten treffen sich regelmäßig und tauschen sich über ihre Fluchtgeschichte aus. Unter Anleitung einer Theaterpädagogin, Referent_innen für politische Bildung und Multipliaktor_innen aus der vorangegangen Projektphase setzten sie sich intensiv mit ihrer eigenen als auch mit jüdischen Biographien auseinander. Insbesondere werden die Fluchterfahrungen der Anne Frank und die Geschichte des Antisemitismus, unter Einbezug des Nahostkonflikts, in Workshops zur historisch-politischen Bildungen thematisiert. Dabei sollen Vorurteile abgebaut werden und ein  interreligiöser Dialog soll entstehen.

Auf dieser Grundlage aufbauend wird ein Theaterstück mit autobiographischen Zügen der Teilnehmer_innen geschrieben. Das Schauspiel wird bei IBIS e.V. gezeigt und kann von Schulen und interessierten Kultureinrichtungen gebucht werden.

Projektziele

Das Projekt geht von der Prämisse aus, dass einige arabische Jugendliche aufgrund des Nahostkonfliktes durch Schule, Elternhaus und Medien früh in Kontakt mit antisemitischem Gedankengut gekommen sind und sich vieles davon im Laufe ihres Heranwachsens zu eigen gemacht haben könnten.

Häufig leben sie im Alltag relativ isoliert oder vorwiegend in einer begrenzten Community. In dem Projekt sollen sie durch den regelmäßigen Austausch mit anderen ihre politische Urteilsfähigkeit stärken, Vorurteile als solche erkennen und Überzeugungen, die bisher unhinterfragt waren, im Dialog mit anderen überprüfen. Die durch das Projektkonzept angeregten Gespräche sollen indirekt auch dazu dienen, ihre eigenen, oft schmerzhaften Flucht- und Diskriminierungserfahrungen zu verarbeiten.

Am Ende der Projektlaufzeit soll ein Abbau der Vorurteile und der antisemitischen Einstellungsmuster erkennbar sein, einhergehend mit einer differenzierten Betrachtung des Nahostkonfliktes und historischer Entwicklungen.

Die Erfahrungen, die im Laufe des Projektes gesammelt werden, werden in einer Broschüre und mit Videobeiträgen dokumentiert und professionell evaluiert.

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Handlungsschritte

Zunächst finden sich die teilnehmenden Jugendlichen schrittweise als Gruppe zusammen – anfangs in relativ unverbindlichen Freizeitaktivitäten und Gedankenaustausch-Gruppen, die das Kennenlernen und  den Aufbau von Vertrauen fördern sollen.

In einem ersten Workshop werden Raum und Begleitung geboten, um von den eigenen Fluchterfahrungen zu erzählen und vorsichtig die schwierigen Etappen der eigenen Biografie aufzuarbeiten. Dann wird inhaltlich übergeleitet zur Beschäftigung mit jüdischen Biografien, in denen es ebenfalls um Fluchterfahrungen geht.

Anschließend wird eine Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Bergen Belsen vorbereitet, ebenfalls verbunden mit Biografiearbeit. Danach findet ein Workshop zur Aufarbeitung der Eindrücke dieser Fahrt statt.

Es folgen zwei weitere Workshops zur historisch-politischen Bildung:

1) Geschichte des Antisemitismus von der Antike bis zum Nationalsozialismus

2) Staatsgründung Israels, moderner Antisemitismus und Nahostkonflikt.

Daran anschließend folgt eine intensive Theaterphase, in der bei regelmäßigen wöchentlichen Proben und auf dem Hintergrund der bis dahin gemachten Erfahrungen ein eigenes Theaterstück entwickelt wird, fachkundig angeleitet von einer Theaterpädagogin.

Das beschriebene Projekt ist das erste dieser Art in Niedersachsen und wird mit Unterstützung des Förderprogramms „Demokratie leben“ durchgeführt.

Für weitere Informationen: www.bmfsfj.de und www.demokratie-leben.de

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Heimat ist kein Land

Das erste Theaterstück, das im Rahmen von „Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte“ entstanden ist.

„Woher kommst du? Zeig mir deinen Pass? Du kannst hier nicht bleiben!“ – Was ist aber wenn du nirgendswo mehr bleiben kannst und es keinen Ort gibt, an dem du dich sicher fühlst? In dem Stück Heimat ist kein Land setzen sich 14 junge Menschen mit Fluchterfahrung mit diesen Fragen auseinander. In teilweise autobiographischen Szenen wird nicht nur die Flucht der jungen Menschen dargestellt, sondern auch der Verlust von Identität, Zugehörigkeitsgefühle und Menschenrechte wird thematisiert. Auf dieser beschwerlichen Reise erscheinen den Geflüchteten in traumartigen Szenen die Schwestern Anne und Margot Frank, die sie begleiten und sie ermutigen ihre Hoffnungen und Wünsche zu äußern und an diese zu glauben.

In dem Theaterstück teilen junge Menschen mit Fluchterfahrung ihre Erlebnisse selbstbestimmt mit dem Publikum und verleihen ihren Gefühlen in kreativer Weise Ausdruck.

Probenbilder „Heimat ist kein Land“

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ALMISHKAL- 1/2 Erleuchtet

Das zweite Theaterstück, das im Rahmen von „Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte“ entstanden ist.

„Niemand weiß hier, wer ich bin.“ – Was macht es mit einem Menschen, vorgeben zu müssen, jemand anderer zu sein? Weder in der alten noch in der neuen Heimat so sein zu können, wie man ist, da sonst Verfolgung, Gewalt oder Ausgrenzung droht?

Basierend auf Auszügen aus dem Essay „Wir Flüchtlinge“ von Hannah Arendt und auf teilweise autobiografischen Szenen, setzen sich in dem Theaterstück ALMISHKAL – ½ ERLEUCHTET 13 junge Menschen mit Fluchterfahrung mit dieser Frage auseinander. „Almishkal“, arabisch für Kaleidoskop, zeigt den Zuschauer_innen, dass eine Geschichte aus vielen einzelnen Details besteht, die immer wieder neu betrachtet werden können und die je nach Blickwinkel und Dreh, wie bei einem Kaleidoskop, neue Sichtweisen eröffnen.

Probenbild ALMISHKAL Min
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