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Seit Gründung von IBIS e.V. vor über 25 Jahren, wurden so einige Projekte und Veranstaltungen durchgeführt.  In diesem Archiv finden Sie eine Auswahl vergangener Veranstaltungen und Projekte. Eine genauere Übersicht der vergangenen vier Jahre wurde mit der Broschüre „Kulturelle und bildungspolitische Veranstaltungen 2017-2020“ erstellt. Diese finden Sie hier als PDF.

Hier finden Sie:
Theaterprojekt „Meine Geschichte, Deine Geschichte, Unsere Geschichte“ (2014-2019)
Netzwerkprojekt „Arrival City“ (2017-2018)
Kunstausstellung „Die Freude an Farben ist international“ (2018)
Theaterprojekt „Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte“ (2014-2019)

Flucht, Migration, Shoah – Ein Projekt des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“

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Das Projekt

In dem Projekt arbeiten junge Menschen mit Fluchterfahrung ihre persönliche Geschichte unter Einbezug der deutschen Vergangenheit auf – mit dem Ziel ein eigenes Theaterstück daraus zu entwickeln. Die jungen Geflüchteten treffen sich regelmäßig und tauschen sich über ihre Fluchtgeschichte aus. Unter Anleitung einer Theaterpädagogin, Referent_innen für politische Bildung und Multipliaktor_innen aus der vorangegangen Projektphase setzten sie sich intensiv mit ihrer eigenen als auch mit jüdischen Biographien auseinander. Insbesondere werden die Fluchterfahrungen der Anne Frank und die Geschichte des Antisemitismus, unter Einbezug des Nahostkonflikts, in Workshops zur historisch-politischen Bildungen thematisiert. Dabei sollen Vorurteile abgebaut werden und ein  interreligiöser Dialog soll entstehen.

Auf dieser Grundlage aufbauend wird ein Theaterstück mit autobiographischen Zügen der Teilnehmer_innen geschrieben. Das Schauspiel wurde bei IBIS e.V. gezeigt und konnte von Schulen und interessierten Kultureinrichtungen gebucht werden.

Projektziele

Das Projekt geht von der Prämisse aus, dass einige arabische Jugendliche aufgrund des Nahostkonfliktes durch Schule, Elternhaus und Medien früh in Kontakt mit antisemitischem Gedankengut gekommen sind und sich vieles davon im Laufe ihres Heranwachsens zu eigen gemacht haben könnten.

Häufig leben sie im Alltag relativ isoliert oder vorwiegend in einer begrenzten Community. In dem Projekt sollen sie durch den regelmäßigen Austausch mit anderen ihre politische Urteilsfähigkeit stärken, Vorurteile als solche erkennen und Überzeugungen, die bisher unhinterfragt waren, im Dialog mit anderen überprüfen. Die durch das Projektkonzept angeregten Gespräche sollen indirekt auch dazu dienen, ihre eigenen, oft schmerzhaften Flucht- und Diskriminierungserfahrungen zu verarbeiten.

Am Ende der Projektlaufzeit soll ein Abbau der Vorurteile und der antisemitischen Einstellungsmuster erkennbar sein, einhergehend mit einer differenzierten Betrachtung des Nahostkonfliktes und historischer Entwicklungen.

Die Erfahrungen, die im Laufe des Projektes gesammelt werden, werden in einer Broschüre und mit Videobeiträgen dokumentiert und professionell evaluiert.

Handlungsschritte

Zunächst finden sich die teilnehmenden Jugendlichen schrittweise als Gruppe zusammen – anfangs in relativ unverbindlichen Freizeitaktivitäten und Gedankenaustausch-Gruppen, die das Kennenlernen und  den Aufbau von Vertrauen fördern sollen.

In einem ersten Workshop werden Raum und Begleitung geboten, um von den eigenen Fluchterfahrungen zu erzählen und vorsichtig die schwierigen Etappen der eigenen Biografie aufzuarbeiten. Dann wird inhaltlich übergeleitet zur Beschäftigung mit jüdischen Biografien, in denen es ebenfalls um Fluchterfahrungen geht.

Anschließend wird eine Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Bergen Belsen vorbereitet, ebenfalls verbunden mit Biografiearbeit. Danach findet ein Workshop zur Aufarbeitung der Eindrücke dieser Fahrt statt.

Es folgen zwei weitere Workshops zur historisch-politischen Bildung:

1) Geschichte des Antisemitismus von der Antike bis zum Nationalsozialismus

2) Staatsgründung Israels, moderner Antisemitismus und Nahostkonflikt.

Daran anschließend folgt eine intensive Theaterphase, in der bei regelmäßigen wöchentlichen Proben und auf dem Hintergrund der bis dahin gemachten Erfahrungen ein eigenes Theaterstück entwickelt wird, fachkundig angeleitet von einer Theaterpädagogin.

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Ergebnisse

Im Dezember 2019 haben wir dieses Projekt beendet und zum Abschluß eine digitale Broschüre erstellt, die Sie hier kostenfrei herunterladen können.

In dieser Broschüre reflektieren wir unsere Herangehensweise, inklusive aller Erfolge und Lösungen, aber auch aller Irrtümer und Stolpersteine.

Vielleicht sind unsere Beschreibungen und Tipps hilfreich für Sie und andere, die ähnliche Projekte planen. Das würde uns freuen, genauso wie der Hinweis auf unsere Arbeit, wenn sie Ihnen gefallen hat.

 

Das beschriebene Projekt war das erste dieser Art in Niedersachsen und wurde mit Unterstützung des Förderprogramms „Demokratie leben“ durchgeführt.

Für weitere Informationen: www.bmfsfj.de und www.demokratie-leben.de

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Theaterproduktion: Heimat ist kein Land (2016)

Das erste Theaterstück, das im Rahmen von „Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte“ entstanden ist.

„Woher kommst du? Zeig mir deinen Pass? Du kannst hier nicht bleiben!“ – Was ist aber wenn du nirgendswo mehr bleiben kannst und es keinen Ort gibt, an dem du dich sicher fühlst? In dem Stück Heimat ist kein Land setzen sich 14 junge Menschen mit Fluchterfahrung mit diesen Fragen auseinander. In teilweise autobiographischen Szenen wird nicht nur die Flucht der jungen Menschen dargestellt, sondern auch der Verlust von Identität, Zugehörigkeitsgefühle und Menschenrechte wird thematisiert. Auf dieser beschwerlichen Reise erscheinen den Geflüchteten in traumartigen Szenen die Schwestern Anne und Margot Frank, die sie begleiten und sie ermutigen ihre Hoffnungen und Wünsche zu äußern und an diese zu glauben.

In dem Theaterstück teilen junge Menschen mit Fluchterfahrung ihre Erlebnisse selbstbestimmt mit dem Publikum und verleihen ihren Gefühlen in kreativer Weise Ausdruck.

Probenbilder „Heimat ist kein Land“

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Theaterproduktion: ALMISHKAL- 1/2 Erleuchtet (2018)

Das zweite Theaterstück, das im Rahmen von „Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte“ entstanden ist.

„Niemand weiß hier, wer ich bin.“ – Was macht es mit einem Menschen, vorgeben zu müssen, jemand anderer zu sein? Weder in der alten noch in der neuen Heimat so sein zu können, wie man ist, da sonst Verfolgung, Gewalt oder Ausgrenzung droht?

Basierend auf Auszügen aus dem Essay „Wir Flüchtlinge“ von Hannah Arendt und auf teilweise autobiografischen Szenen, setzen sich in dem Theaterstück ALMISHKAL – ½ ERLEUCHTET 13 junge Menschen mit Fluchterfahrung mit dieser Frage auseinander. „Almishkal“, arabisch für Kaleidoskop, zeigt den Zuschauer_innen, dass eine Geschichte aus vielen einzelnen Details besteht, die immer wieder neu betrachtet werden können und die je nach Blickwinkel und Dreh, wie bei einem Kaleidoskop, neue Sichtweisen eröffnen.

Probenbild ALMISHKAL Min

Theaterproduktion: INQILAB – Aufbruch (2019)

Das dritte Theaterstück, das im Rahmen von „Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte“ entstanden ist.

„Es braucht nur ein einziges Streichholz und alles wird hier in die Luft fliegen. Zünden wir dieses Streichholz an! FREIHEIT! JETZT!“

Irgendwo im Nahen Osten, 2011.

Zu Beginn des Arabischen Frühlings lebt der junge Blogger Jared mit seinem älteren Bruder Lunis in einem totalitären Staat. Mit Zehntausenden demonstriert er gegen die Zustände in seinem Land. Für ihn und seine Freunde ist es ein Aufbruch in Demokratie und Freiheit, für ihre Gegner ein Angriff auf die bestehende Ordnung.

Ein Konflikt, der nicht nur auf der Straße, sondern auch über Generationen in Jareds Familie besteht. Lunis, der hart arbeitet und das traditionelle Leben ehrt, kann seinen rebellierenden Bruder nicht verstehen. Die Werte, für die Jared kämpft, stürzen Lunis in ein moralisches Dilemma, und Jareds ständige Anfeindungen gegenüber dem jüdischen Nachbarsjungen Elia verstärken den Konflikt.

Ein Konflikt, viele Schicksale – ihnen allen ist die Hoffnung auf Veränderung und ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Gerechtigkeit gemein.

Geschärft

 

 

Arrival City (2017-2018)

 

IBIS e.V. ist Mitbegründer und Kooperationspartner in der lokalen Arbeitsgruppe Arrival City der Stadt Oldenburg, die zu einem Netzwerk aus europäischen Städten gehört und im Rahmen des URBACT-Programms gefördert wurde. Es wurde durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie die 28 EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen und die Schweiz finanziert. Hauptziel war die Förderung einer integrierten, nachhaltigen Stadtentwicklung.

Begleitet durch einen internationalen Austausch mit europäischen Städten, arbeitete die AG Arrival City daran, wie Zuwanderung und Integration in Oldenburg verbessert werden kann. Ziel war die Entwicklung eines neuen Integrationskonzeptes für die Stadt, mit der eine interkulturelle Gemeinschaft, ein Klima aus gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz vorangebracht werden konnte. Außerdem sollte das Konzept konkrete Maßnahmen enthalten, mit dem wichtigen Herausforderungen, wie der Sprachförderung begegnet werden konnten. Die AG Arrival City initiierte einen breiten Bürgerbeteiligungsprozess und vertrat Oldenburg im internationalen Austausch mit den Partnerstädten. Die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Flüchtlingen wie die Versorgung mit Wohnraum oder Integration in den Arbeitsmarkt stand für IBIS e.V. bei der Ausarbeitung eines neuen Integrationskonzeptes besonders im Vordergrund.

Zum Netzwerk Arrival Cities gehören die Städte:

  • Amadora (Portugal)
  • Riga (Lettland)
  • Roquetas de Mar (Spanien)
  • Val de Marne (Frankreich)
  • Vantaa (Finnland)
  • Thessaloniki (Griechenland)
  • Messina (Italien)
  • Oldenburg (Deutschland)
  • Technische Universität Dresden (Deutschland)

Weitere Informationen zur AG Arrival City gibt es auf der Homepage der Stadt Oldenburg.

 

Kontakt: Tel. 0441 920582 50  Email: veranstaltung@ibis-ev.de

 

 

Kunstausstellung „Die Freude an Farben ist international“

Bei der Ausstellung „Die Freude an Farben ist international“ wurden Bilder aus einem Malkurs von geflüchteten Künstler_innen ausgestellt. Die Ausstellung wurde mit einer feierlichen Vernissage eröffnet.

Bei einem Glas Sekt konnten die Gäste die ausdrucksstarken Bilder der geflüchteten Künstler_innen betrachten. Nach einer kurzen Begrüßung von IBIS-Geschäftsführer Uwe Erbel, erfuhren die Gäste mehr über die Entstehungsgeschichte der Bilder von der Kursleiterin und Künstlerin Regina Rüsen.

Die Bilder sind allesamt bei einem Kurs entstanden, der vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge bei IBIS angeboten wurde. Durch das Malen sollten Menschen, die durch den Krieg und die Flucht traumatisiert wurden, wieder zurück zu ihrer Kreativität finden. Das Ergebnis, des seit November 2015 stattfindenden Kurses, konnten die Gäste bei der Vernissage auf den vollen Fluren von IBIS e.V. betrachten.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Künstler_innen für die tollen Bilder, bei Regina Rüsen, die den Kurs mit Begeisterung leitet und mit Leben füllt, sowie bei dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg, die uns bei dem Aufbau des kreativen Programmes unterstützen.

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